Antoniushilfe e.V.Anthony's Foundation
Unsere Geschichte

Anthony's Foundation – wie alles begann

Wir möchten Sie auf diesen Seiten über unser Projekt informieren – ein Projekt, das wir als Werk der Vorsehung Gottes verstehen.

← Über uns Fröhliche Waisenkinder in Lahore

Wenn wir von der Vorsehung Gottes sprechen, sind wir uns sehr wohl bewusst, dass wir nur schwache Geschöpfe sind, die ihre Schuldigkeit tun. Im Sinne des Evangeliums versuchen wir, dem Ruf Gottes zu folgen und mit Maria, der Mutter Jesu, zu sagen: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Und weiter: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ So verstehen wir unseren Dienst und wollen mit unserem Tun dem Herrn Jesus Christus nachfolgen, der auch sagt: „Was ihr einem dieser Kleinen getan habt, das habt ihr mir getan.“

Diese Webseite ist Bischof Dr. Andrew Francis gewidmet (* 29. November 1946 in Adah, Pakistan; † 6. Juni 2017), dem Gründer von Anthony's Foundation – Antoniushilfe. In Dankbarkeit für sein Wirken auf Erden und im Bewusstsein seines geistigen Erbes führen wir diese Hilfe für die Armen weiter.

Warum diese Initiative

Corona hat alles verändert! Vielleicht haben Sie diese Aussage schon gehört oder selbst diese Erfahrung gemacht – meist nicht zum Besseren. Viele Menschen haben gravierende Veränderungen ihrer Lebensumstände erlebt: durch den Verlust von Arbeit oder Wohnung, durch Krankheit oder den Tod von Menschen, die bisher an ihrer Seite waren. Doch wir sollten wissen: Wir sind nicht allein. Es gibt einen, dem wir nicht gleichgültig sind und der uns liebt – gerade in solchen Zeiten.

Gebet verändert

Diese Erfahrung haben schon viele Menschen gemacht: Gebet verändert nicht nur Situationen, sondern auch uns Menschen selbst. Haben Sie diese Erfahrung schon einmal machen dürfen? Dann möchte ich Ihnen hier die Geschichte der Antoniushilfe erzählen – oder, wie sie ursprünglich auf Englisch heißt: Anthony's Foundation.

Ein Anruf aus Lahore

Erstaunt blicke ich auf mein Mobiltelefon: ein Anruf von Anthony? Bisher hatten wir fast nur schriftlichen Kontakt, immerhin wohnt Anthony 7.500 km von hier entfernt. „Hello Sir, how are you?“, tönt es über WhatsApp. „Wie geht es dir?“, entgegne ich. Anthony: „Sir, es geht mir nicht gut. Es ist der reinste Horror hier. Sie sperren uns ein, ich bin seit sechs Wochen nicht mehr aus meinem Zimmer gekommen. Überall Soldaten und Polizei, alle Geschäfte sind geschlossen, nur die Apotheken sind noch offen. Nur alle zwei Wochen ist der Markt geöffnet, um Lebensmittel zu kaufen.“

„Sir, können Sie mir helfen? Die Kinder haben nichts mehr zu essen.“

„Auch die Universität ist geschlossen, ich kann mein Studium nicht fortführen, ich bin verzweifelt! Direkt in meiner Nachbarschaft haben die Leute Corona. Sir, was kann ich tun? Ich habe Angst, mich anzustecken.“ Anthony wirkt völlig verzweifelt, und ich versuche ihn zu beruhigen, was mir nach einigen ermutigenden Worten auch gelingt.

Wer ist Anthony?

Anthony Javed ist ein Jurastudent aus Lahore in Pakistan, damals 26 Jahre alt. Wir lernten uns über Bischof Andrew Francis kennen, den ich durch einen langjährigen Freund, Pater Burkhard Nogga, schon in den 90er-Jahren kennenlernen durfte. Bischof Andrew Francis war viele Jahre der Bischof, dem Pater Burkhard Nogga unterstellt war, und mit ihm verband uns eine tiefe Freundschaft. Leider starb der Bischof nach langer Leidenszeit an den Folgen eines schweren Autounfalls, der sehr wahrscheinlich von Gegnern des Bischofs verursacht wurde.

Bischof Dr. Andrew Francis

Auch Anthony kannte Bischof Andrew sehr gut – er liebte ihn wie einen Vater, und in gewisser Hinsicht war er das auch für ihn. Der Bischof sagte zu ihm: „Deine Aufgabe ist es, den Kindern der Straße zu helfen. Dazu musst du Rechtsanwalt werden und Jura studieren. Das ist ein harter Weg, aber es ist deine Berufung, und so wirst du den Kindern der Straße am besten helfen können.“

Und so geschah es. Auf Geheiß des Bischofs studierte Anthony Jura und erkannte darin seinen Weg; mit Hilfe des Bischofs konnte er das teure Studium finanzieren. Daneben kümmerte er sich um die Straßenkinder in Lahore, die er schon seit früher Jugend ins Herz geschlossen hatte. Viele dieser Kinder leben völlig auf sich allein gestellt auf den Straßen von Lahore und in Armenvierteln. Die meisten sind Waisen, und niemand fühlt sich für sie verantwortlich. So geraten sie schnell in den Strudel von Kriminalität und Drogen, und nicht wenige verhungern oder sterben an Krankheiten.

Die Gründung kurz vor dem Tod des Bischofs

„Dieses Projekt wurde 2016 von Bischof Dr. Andrew Francis ins Leben gerufen. Ich durfte Teil davon sein. Nach dem Tod des Bischofs am 6. Juni 2017 habe ich es nicht gestoppt, sondern sofort begonnen, Geld für meine Kinder zu sammeln. Damals hatte ich 8 Kinder, heute sind es 45. Ich gebe ihnen kostenloses Essen, kostenlosen Schulunterricht, Bücher und Kleidung und unterrichte sie im Glauben.“ – Anthony Javed

Heute sind es 116 Kinder (Stand Januar 2024). Anthony sieht im Auftrag des Bischofs einen Auftrag für sein Leben: diesen Kindern zu helfen – im täglichen Leben, bei der medizinischen Versorgung und nicht zuletzt durch rechtliche Vertretung. Eine Mammutaufgabe für einen Jurastudenten!

Corona hat alles verändert

Anthony gibt nicht so schnell auf. Auch nach dem Tod des Bischofs sah er seine Aufgabe klar vor Augen und kümmerte sich weiter um die Straßenkinder von Lahore. Dann kam die für niemanden vorhersehbare Situation: Corona. Die Pandemie hat alles infrage gestellt – besonders für die Ärmsten der Armen, zu denen auch Anthonys Kinder gehören. Er beschrieb mir ihre Lage als dramatisch und bat mich in seiner Not um Hilfe.

„Sir, die Kinder leiden Not wie nie zuvor. Niemand kümmert sich um sie, alle haben Angst vor Ansteckung. Die Kinder haben keine Nahrung und keinen Schutz vor dem Virus. Wir sind alle verzweifelt – bitte helfen Sie uns!“

Der Bischof, ein Mann Gottes und ein Freund der Menschen

Da auch ich Bischof Andrew kennenlernen durfte, verstanden wir diese Situation als Weckruf des Himmels – man könnte auch sagen, als eine Initiative des Bischofs vom Himmel aus, der uns durch die Erfahrung der Liebe Gottes verbunden hatte, als er noch unter uns weilte. Wir fühlen uns diesem Anruf verpflichtet. Gemäß der Liebe zu den Armen, die Bischof Andrew uns gelehrt hat, möchten auch wir den Armen dienen und ihr Leid so mildern, dass sie ein menschenwürdiges Leben führen können, so wie es Gott will.

„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

In Erinnerung an dieses Wort Jesu möchten wir denen dienen, die arm und hungrig sind – nicht nur mit materieller Hilfe, sondern indem wir ihnen die Botschaft der Liebe Gottes bringen, die uns berührt hat und immer wieder berührt. So laden wir Sie ein, durch Ihre Unterstützung Anteil an dieser Liebe Gottes zu haben, im Bewusstsein, dass das, was wir zu geben bereit sind, auch uns zuteilwird. Wir ernten, was wir säen – nicht dass wir es erwarten, aber wir wissen: Gott ist gut und gerecht, er sieht auch das Kleine, das wir tun.

Dobel, den 13.06.2020 (Gedenktag des hl. Antonius von Padua) – Reiner Wettcke

So können Sie helfen

Jede Spende kommt direkt bei den Kindern an. Für eine Spendenbescheinigung geben Sie bitte Ihre Anschrift im Verwendungszweck an.

EmpfängerAntoniushilfe e.V. IBANDE50 6665 0085 0005 2858 95 BICPZHSDE66XXX VerwendungszweckKinder von Lahore
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