Unsere Projekte

Kasur - Wo die Hoffnung einen Namen hat (Projekt 1)

Ein schweres Erbe

Begonnen hat unsere Arbeit mit 5 Kindern im Jahr 2017 in Kasur. Bischof Andrew wollte den Kindern nicht nur Nahrung geben, sondern eine Perspektive für deren Leben schaffen. Hierzu wollte er Ihnen die Mittel zur Verfügung stellen, die Menschen brauchen, um ein menschenwürdiges Leben zu leben. Hierzu gehören nicht nur regelmäßige Mahlzeiten, sondern auch angemessener Wohnraum, Schule, und nicht zuletzt auch Ausbildungsstätten bzw. Einrichtungen in denen jungen Menschen entsprechende Berufsperspektiven vermittelt werden. Kurzum, all das was Menschen brauchen, um sich ein glückliches Leben aufzubauen. 
Der plötzliche Tod des Bischofs schien all dies zu zerschlagen, doch Bischof Andrew hatte vorgesorgt und das Projekt einem seiner jüngsten und engagiertesten Mitarbeiter kurz vor seinem Tod übergeben - Anthony Javed. Er wusste, dass er sich auf diesen jungen intelligenten Jurastudenten verlassen konnte, ja, dass Anthony die Kinder sehr liebte, und, dass ihm das Projekt an sein Herz gewachsen war. So bemühte sich Anthony zunächst allein, die Kinder zu versorgen und ihnen wie ein Vater zu sein. Schon bald musste Anthony aber feststellen, dass er nicht zuletzt auch durch sein noch laufendes Studium an seine Grenzen kam und als dann noch Corona kam, verlor Anthony fast den Mut, denn schon bald machte sich überall zunächst Verzweiflung breit. 

Hoffnung keimt auf

Durch die gemeinsame Freundschaft zu Bischof Andrew, war die Basis für ein gegenseitiges Vertrauen gelegt und so entschied ich mich, oh verzeihen Sie, ich habe mich bisher noch nicht vorgestellt: Mein Name ist Reiner Wettcke, komme aus Deutschland, ich bin verheiratet, habe mit meiner Frau Cornelia 4 Kinder und ich durfte Bischof Andrew Francis schon vor vielen Jahren kennen lernen. Zu diesem Zeitpunkt als er noch kein Bischof war, aber regelmäßig nach Deutschland zu Besuch kam. Dieser Mann beeindruckte jeden der mit ihm zu tun hatte, denn man spürte sofort, dass er in dem was er sagte, durch und durch authentisch und glaubwürdig war. Die Freundschaft zu Anthony ergab sich einfach durch den Umstand, nämlich diesen besonderen Meschen Andrew Francis kennen gelernt zu haben, das genügte, um das weiterzuführen, was er uns aufgetragen hat und ich persönlich verstehe dies durchaus im übertragenen Sinn, wenn Maria bei der Hochzeit zu Kana zu den Jüngern sagt: "Was Er euch sagt das tut." Als wir das verstanden hatten, machten wir uns an die Arbeit und so wuchs die Gruppe der Kinder in Kasur schon bald auf rund 30 Kinder an.

Corona - ein Fluch und eine Chance zugleich

Ja, diese Lage in die offensichtlich die ganze Welt seit dem Beginn der Pandemie gebracht wurde, ist für die meisten von uns sehr schwer, ich möchte sagen oftmals unerträglich, aber wie heißt es so schön: in jeder Krise steckt auch eine Chance, die ich zumindest hier erkennen kann, ja erkennen möchte. Eine Situation die schwierig erscheint, liegt immer auch im Auge des Betrachters; man kann die Dinge so oder eben auch anders sehen und wahrscheinlich hätte dieses Projekt niemals eine solche Dynamik erfahren, wenn die Umstände anders gewesen wären.

 

Das Wichtigste - das tägliche Brot

Zunächst stellten wir die Versorgung der Kinder sicher, da es sich bei den meisten um Vollwaisen handelt, war es wichtig, die Grundversorgung sicher zu stellen. Dies war nicht zuletzt auch durch den Zusammenschluss der Mütter und deren Mitverantwortung für die Kinder ohne Mutter und Vater möglich. Wir mussten also dafür Sorge tragen, dass Lebensmittel gekauft und diese an die Mütter bzw. Kinder verteilt wurden. Auch war es wichtig, die Kinder mit entsprechender Kleidung auszustatten, da diese, insbesondere für die kalte Jahreszeit, nur ungenügend vorhanden war. 

Schule beginnt

In improvisierten "Klassenzimmern" fand der erste Unterricht satt. Hierbei sollten alle mithelfen, die lesen und schreiben bzw. rechnen konnten. Auch eine Religiöse Bildung sollten die Kinder erhalten, da es sich bei den meisten von ihnen um Christen handelt, war dies kein Problem. So besorgten wir Ende des vergangenen Jahres allen Kindern Rosenkränze, die sie mit großer Freude entgegennahmen. Natürlich fehlt es zurzeit noch an nahezu allem, was für ein solches Projekt von Nöten ist, angefangen von den Räumlichkeiten, über die Lehrkräfte, bis hin zu Schulbüchern und Heften ... Aber all das kostet Geld, und dafür brauchen wir Hilfe!

 

I have a dream …

…sagte schon Martin Luther King, in seinem berühmt gewordenen Zitat. Auch wir haben einen Traum! Dass wir mit vereinten Kräften, den Kindern eine Perspektive schaffen, die Ihnen ein lebenswürdiges Leben ermöglicht. Jeder von uns, hat das Recht dies zu erreichen, aber wir brauchen dafür einander. Gemeinsam können wir das mit Gottes Hilfe erreichen, lassen Sie uns beginnen, das zu verwirklichen!

Sangla Hill - Hügel der Hoffnung (Projekt 2)

Sangla Hill ist ein Tehsil im Distrikt Nankana Sahib der pakistanischen Provinz Punjab. Es liegt 103 km von der Provinzhauptstadt Lahore und 47 km von Faisalabad entfernt. Bis 2005 war es Teil des Sheikhupura Distrikts.

Sajal Emmanuel - eine Frau mit Herz und Verstand

Sangla Hill, dieses Projekt ist ganz wesentlich mit dem Namen einer Frau verbunden – Sajal Emmanuel und ich möchte es gleich betonen, sie ist eine sehr starke Frau! Eine Frau die weiß, was … nein nicht sie will, sondern was Gott will! So habe ich sie innerhalb der letzten 5 Monate kennen gelernt. Durch die Anbindung unseres Vereins an die katholische Kirche, auch im Sinne einer Aufsicht durch diese, wurde uns Mrs. Sajal durch Fr. Francis Gulzar dem General Vikar der Diözese Lahore zur Seite gestellt. So übernimmt Mrs. Sajal zweierlei Aufgaben. Zum einen erfüllt sie das wichtige Amt des Kassenwarts innerhalb des Vereins auf Pakistanischer Seite. Zum zweiten ist es ihr Herzensanliegen den Kindern und Jugendlichen bzw. den Müttern zur Seite zu stehen. Besonders  den Mädchen und Frauen, da letztere gerade in den Armenvierteln, durch ihr Geschlecht und ihre Religion, zu der am meist diskriminierten Gruppierung innerhalb der Pakistanischen Gesellschaft gehören. So war es aber schon immer, Sajal setzt sich schon seit Jahren besonders für Frauen ein, die innerhalb der Gesellschaft so gut wie keine Lobby haben.

Keine Rechte für christliche Mädchen und Frauen

Auch beim Projekt in Sangla Hill mussten wir sehr schnell feststellen, dass die Rechte der Kinder und Jugendlichen oft mit Füßen getreten werden, da es niemanden gibt, der sich für sie stark macht. So beschlossen wir auf Anregung von Mrs. Sajal, besonders hier, wo Missbrauch der Arbeitskraft von Kindern, aber auch sexuelle Ausbeutung, vor allem von jungen Frauen, die Regel ist, etwas zu unternehmen. Hier organisierten wir ein kleines Seminar, um Kinder und Jugendliche über ihre Rechte aufzuklären, sowie Maßnahmen in die Wege zu leiten, die eine sexuelle Ausbeutung von Frauen bzw. teilweise Kindern erschwert. Mrs. Sajal kann hier als Frau besonders gut wirken und ihre Erfahrung von anderen Projekten mit einfließen lassen. Diese Initiative führte schon bald zu einem Interessenskonflikt der Arbeitgebenden, die aber in erster Linie am eigenen Profit und der sexuellen Ausbeutung interessiert sind und Kinder für ihre Zwecke missbrauchen. Schon bald waren die ersten bereit dies auch abzulehnen und nicht mehr ihren Peinigern zur Verfügung zu stehen. In einem Interview mit einer Betroffenen (leider nur in Englisch verfügbar), machen wir auf dieses Große Unrecht aufmerksam.

 

Wie es weiter geht

Wie bei unserem ersten Projekt in Kasur, soll auch hier, neben der Unterstützung durch Lebensmittel und Kleidung, nicht zuletzt die schulische Bildung der Kinder einen wesentlichen Teil unseres Engagements  ausmachen. Da die Kinder zur Zeit noch in sehr heruntergekommenen  Baulichkeiten wohnen müssen, die auch schon bald einem geplanten Business-Projekt weichen müssen, sind wir auf der Suche nach angemessenem Wohnraum, der uns die Möglichkeit gibt, den schulischen Belangen der Kinder gerecht zu werden.