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Bericht 5. Juni 2024

Wieder schwere Übergriffe auf eine christliche Familie in Sargodha

Ein Blasphemie-Vorwurf im Distrikt Sargodha, Punjab – die Region kommt nicht zur Ruhe. Ein Bericht von Anthony Javed.

Am 25. Mai 2024 war ich wie jeden Tag in meinem Büro, als ich gegen 12:15 Uhr einen Anruf von meinem Freund Nabeel Zaib aus Sargodha erhielt. Er erzählte mir von der kritischen Lage dort. Ich rief sofort das Team in Deutschland an und bat um Geld für die Reise, denn unser Team wollte, dass ich so schnell wie möglich hinfahre.

Sargodha liegt 162 km von Faisalabad entfernt, etwa zweieinhalb Stunden über die Autobahn. Der Bus fiel wegen der Lage aus, also nahmen wir einen Mietwagen in die Mujahid Colony. Dort kontrollierte ein großes Polizeiaufgebot die Lage. Niemand durfte fotografieren oder filmen, auch nicht die Presse; die Polizei sperrte das schwer ausgebrannte Gebäude einer Schuhfabrik ab. Wir gaben nicht auf, machten heimlich Fotos und Videos und sprachen mit den Menschen im Viertel.

Alle erzählten dieselbe Geschichte: Die christliche Familie hatte nichts gegen ein heiliges Buch der Muslime getan. Man war vielmehr neidisch auf ihr Geschäft, denn sie hatte mit ihrer eigenen Schuhfabrik ein solides Einkommen. Zwei Tage zuvor hatte die Familie einen Streit mit einer muslimischen Familie gehabt und Anzeige bei der Polizei erstattet.

Aus Rache verbrannten Extremisten frühmorgens ihr eigenes heiliges Buch vor dem Haus der christlichen Familie. Gegen 9 Uhr kam eine große Menschenmenge in die Fabrik und griff das älteste Familienmitglied mit Ziegelsteinen an. Die Angreifer wollten den alten Mann bei lebendigem Leib verbrennen, doch die Polizei kam rechtzeitig und rettete ihn. Der Mob griff sogar den Krankenwagen an, der den schwer Verletzten ins Krankenhaus bringen sollte. Nach Angaben der Familie waren etwa 800 Extremisten anwesend.

Gott sei Dank gab es keine Todesopfer. Anders als bei der Tragödie von Jaranwala hat die Polizei die christlichen Familien hier in Sargodha aktiv geschützt.

Anthony Javed

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